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Sehenswürdigkeiten

Als Sehenswürdigkeit kann hier insbesondere die Landschaft genannt werden. Es ist sehr bergig und gut geeignet für Wanderungen. Der Fluss Kızılırmak ist ca. 3 Kilometer vom Dorf entfernt.

 

Sehenswert sind insbesondere die in den Bergen befindenden Höhlen und Steinlandschaften. Die Region um Karpınar ist die östliche Seite von Kapadokien. Daher befinden sich dort zahlreiche von Natur geschaffene kunstvolle Steinlandschaften und größere Täler. Zu erwähnen ist außerdem die historische Brücke Sahruh. Das Alter dieser Brücke ist unbekannt. Sie zählt zu den in der Türkei gut erhaltenen Wasserbrücken aus dem Mittelalter. Hierzu wird auf die Fotogalerie verwiesen.

 

Touristisch ist die Gegend nicht erschlossen, da hierfür die entsprechende Infrastruktur wie Hotels oder andere Unterkünfte nicht vorhanden sind. Es gibt im Dorf Karpınar eine Unterkunftsmöglichkeit in dem dorfeigenen Gästehaus (köylü konağı).

 

Es verkehren regelmäßig Dolmuş nach Kayseri und Umgebung. Die Stadt Kayseri ist eine der größten Metropolen in Mittelanatolien. Dort befinden sich zahlreiche Hotels, so dass Tagesausflüge von Kayseri nach Karpınar und Umgebung möglich sind. Mit dem Dorf-Dolmuş dauert die Fahrt nach Karpınar ca. 1,5 Stunden, so dass es jedem Interessierten möglich ist, die Gegend von Karpınar zu besuchen. Dazu wird auf den Reisebericht des Herrn H. Koç hingewiesen.

 


 

Erfahrungsberichte  Karpinar

Erfahrungsbericht von Hikmet über Karpinar
27. November 2000


Lasst uns nun endlich Richtung meinem Dorf fahren. Die Asphaltstraße entwickelt sich stätig zu einer Sandstraße... Mühsam arbeitet man sich voran... Das Auto kann den Staub kaum ertragen. Allerdings muss es keine Berge hoch und runter fahren. Das Gebiet ist sehr eben. Man fährt über ein paar Brücken herüber. Der Fluss Kizilirmak schlängelt sich nämlich in unserer Nähe. Er ist der Größe Binnenfluss der Türkei. Die Brücken, die wir überqueren sind sehr altertümlich. Sie nehmen etwa die Form eines Dreieckes an. Das heißt, in der Mitte, genau auf dem höchsten Punkt der Brücke, geht es Spitz zu. Größere Autos haben Probleme über diese Brücke zu kommen. Unser Auto allerdings auch, da es total voll ist. Wenn sich zwei Auto an der Brücke begegnen, und der eine ist genau auf der anderen Seite der Brücke, dann muss ein Auto erst warten, da nicht zwei Autos nebeneinander auf der Brücke sein können.
Dann geht es erst mal weiter. Unterwegs sieht man so vieles, dass man glaubt in einer ganz frühen Zeit geboren zu sein. Ein Zauber wirkt auf einem ein, man weis nicht mehr was man in Deutschland macht, wenn es so etwas wie hier gibt. Alte Menschen, in alten Gewändern; Kinder, die vergessene Spiele spielen; Häuser, auf deren Dächern die Ernte des Jahres aufbereitet wird, in einer Art, die in unseren Breitet als unwirtschaftlich weggeworfen werden. Diese Art übt eine Kraft aus, von denen man nicht träumt, nur weil man es nicht kennt.
Diese Häuser sind mit einem Gemisch von Stroh und Ton erbaut, und halten schon seit Jahrhunderten. Auf den Dächern muss man vorsichtig gehen, um nicht Staub in das Haus rieseln zu lassen. Man weis wie Schwächen aller Dinge und weis auch Mittel dagegen. Es ist ein Rhythmus von der man nie zu träumen wagte.
Wir durchqueren mit diesen Gedanken einige Dörfer. Bis dann ganz weit hinten unser Dorf an einem Bergfuß zu sehen ist. Uns allen klopft das Herz heftiger als je zu vor. Das Auto wird schneller und die Staubwolke hinter uns steigt höher und höher. Die Spannung ist kaum auszuhalten... Immer Größer werden die Häuser und man erkennt nun die eigenen Geburtshäuser, die Gleichzeitig die Geburtshäuser der Groß- und Urgroßeltern sind. Man kehrt wohl immer gern in sein Geburtsort zurück. Fast angekommen, wird der Wagen deutlich langsamer, fast hält es an. Man ist nämlich neben dem Friedhof, und schaut dort hin. Man zeigt zu den Gräbern, der Menschen, die in dem großen Erdbeben um Istanbul, um kamen. An der Anzahl sieben sind es.
Ins Dorf führt eine Straße, die eine gewisse Steigung hat. Es ist relativ breit, was sich schnell legt. Der Weg ist nun eng geworden. An einigen Stellen kommt man ohne Kratzer nicht durch. Man nimmt den Weg zum einzigen Geschäft im Dorf. Der Weg dorthin ist breiter, man kommt viel besser durch. Das Geschäft gehört meinem Großvater mütterlicherseits.
Man wird begrüßt, alle warten schon, man wusste schon von weitem, dass nun jemand aus der Ferne kommt. Alle sind nun hier versammelt. Das Wiedersehen zieht sich hin, da man sich länger Umarmt. Die eine oder andere Träne ist nicht zu übersehen. Nach einer Weile wurde es ruhiger. Und sah sich um. Der Platz vor dem Geschäft ist ein offener großer Platz. Von hier aus sieht man den Brunnen, von denen man immer Wasser ins Haus tragen muss. Das Wasser brodelt nur so raus, unaufhaltsam, wie die Zeit.
Man ist froh, diese Welt noch einmal gesehen zu haben! Um dann mit neuer Energie in unsere ausschließende Gesellschaft zurückzukehren.